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"Kloster Museum St. Märgen"


Ein "kleines" Museum mit ganz großen Schätzen!



Sonderausstellung Holzräderuhren


2020 bis 2021



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(C) Bilder: Herbert Mark markfoto
(C) Texte: Rudolf Schwär 2020, soweit nicht anders vermerkt!


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In der Sonderausstellung: Ansicht aus der Aufbauzeit.

Nicht nur fertige Uhren werden gezeigt, sondern auch die besonderen Werkzeuge, wie "Drehstuhl" (Drehbank), "Zahngeschirr" (Zahnfräse mit Teilerapparat) und das "damals" übliche Uhrmacher-Handwerkszeug dort hinten, über dem "Zahngeschirr" in der "Werkzeugdrille" (drehbare Werkzeughalterung)!

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In der Sonderausstellung: Ansicht aus der Aufbauzeit.

Es war beileibe nicht so, dass diese Holzräder-Uhren "primitive" Nur-Zeitanzeiger waren! Es gab auch zu dieser Zeit schon Uhren mit astronomischen Angaben wie Wochentage, Monate, Tierkreiszeichen.
Genauso Uhren mit Spielwerken für Melodien, die mit abgestimmten Glasglocken oder Messingglocken ausgestattet waren.


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In der Sonderausstellung: Holzräderuhr mit Viertel- und Stundenschlag auf verschiedene Glasglocken.

Bei dieser Uhr ist links vorne die Zifferblattseite. Dort ragt der Kurzschwanzpendel, der in "Kuhschwanzpendel" umgetauft wurde, durch den Schild nach vorne vor das Zifferblatt. Rechts sieht man in das Schlagwerk mit der Schlossscheibe.
Das Gestell ist sehr grob ausgeführt, die Zahnräder dagegen sind sehr sorgfältig gearbeitet.

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In der Sonderausstellung: Holzräderuhr mit separatem Stunden- und Viertelstunden-Zifferblatt.

Zu der Zeit, als diese Uhren gebaut wurden, war die Genauigkeit der Uhrwerke noch nicht so hoch, dass eine echte Minutenanzeige Sinn gemacht hätte. Aber die Viertelstunden auf dem separaten, kleinen Zifferblatt unter der Stundenanzeige zu weisen, das war machbar. Dort wurden auch noch keine Minuten angezeigt, die musste man schätzen! Aber immerhin schon die Achtel-Stunden konnte man so einigermaßen genau ablesen!
Zusätzlich hat diese Uhr "schon" eine Mondstands-Anzeige. Die beiden etwas dunkleren, grauen Halbkreise links und rechts der Pendelachse vor der sich drehenden Mondscheibe bewirken, dass der Mond beim Erscheinen auf der linken Seite den zunehmenden Mond anzeigt und dann auf der rechten Seite die abnehmende Mondsichel.

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In der Sonderausstellung: Holzräderuhr als Kanzeluhr.

Etwas ganz Ausgefallenes! Diese Uhr hat drei (!) Zifferblätter und eine Laufzeit von 1 1/2 Stunden, daher auf den Zifferblättern "nur" die Viertelstunden. Sie war im Bereich der Kanzel angeordnet und wurde zu Beginn der Predigt gestartet.
So konnten die Gottesdienstbesucher von allen Seiten genau ablesen, wie lange die Predigt schon gedauert hat! Und wenn sie den Prediger kannten, dann wussten sie, wie lange das noch dauern kann!
Die Gläubigen waren daran interessiert, dass der Prediger eine ausreichend lange Predigt hält, da sie ja auch den Kirchen-Zehnten bezahlen mussten! Sie hatten somit ein Anrecht auf EINE Stunde gute Predigt!

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In der Sonderausstellung: Holzräder-Spieluhr mit Carillon.

Diese Uhr ist ein ganz besonderer "Leckerbissen"! Unten ist das Uhrwerk und die Schlagwerke, oben ist das Musikwerk mit der Musikwalze quer im Gehäuse, die Stifte schön zu erkennen. Die bewirken das Auslösen der Hämmerchen über die Drahtzüge, auf dem Foto rechts nach oben, und dadurch das Anschlagen des Carillons. Dieses Wort ist französisch und heißt Glockenspiel!
Die großen Glocken oben links im Glockenstuhl sind für den Viertelstunden- und Stundenschlag.


In dieser Sonderausstellung zeigen wir Uhren, die fast ausschließlich in allen Teilen aus Holz gefertigt wurden.
Der Zeitraum, in dem diese Werke entstanden sind, umfasst das 17. bis 19 Jahrhundert.

Solche Uhren wurden in allen Gegenden hergestellt, wo die Bewohner gut mit Holz umgehen konnten und es den meisten Menschen nicht möglich war, sich eine damals sündhaft-teuere Metalluhr zu kaufen!

Die ausgestellten Uhren stammen sowohl aus dem Schwarzwald wie auch aus der Schweiz, Österreich, Böhmen, Bayern, Sachsen und aus Flandern und sogar aus den USA.

Es lohnt sich, eine Führung mitzumachen - oder auch mehrere! Sobald wir die Führungen wieder anbieten dürfen!


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